Über die NaturFreunde Oberndorf e. V.

Text zur GründungsversammlungText Gründung am 19. Juni 1913

In der Gründungsversammlung der Ortsgruppe Oberndorf a / N am 19. Juni 1913 ließen sich spontan 35 Wanderfreunde in die Mitgliederliste eintragen. Oskar Schondelmaier aus Schonach wurde zum ersten Obmann, Karl Hendrik aus Berlin wurde zum Kassier der Ortsgruppe und Willi Lützrodt aus Leipzig zum Schriftführer gewählt. Xaver Lang als Ortskundiger und Gottlieb Kopp waren die ersten Wanderführer. Zu den Wandergenossen, die den Stamm der neuen Ortsgruppe bildeten, gehörten Ferdinand Pozdena, Karl Cobai, Reinhold Leicht, Heinrich Wolf, Paul Kaiser, Willi Flügge, Walter Bähmann, Gödlin, Wehle, Palinkas, Heinrich Neu, Albert Zimmermann, Max Zische, Karl und Arthur Römpp, Karl Brandt, Friedrich Digeser, Franz Hellstern, und Wilhelm Hartmann. Die ersten Mitglieder stammen aus allen Teilen Deutschlands. Sie hatten sich in Oberndorf niedergelassen, angezogen von den Mauser – Waffenfabriken, vom „Schwarzwälder Boten“ und nicht zuletzt vom Reiz der Landschaft. An Feiertagen waren es oft über 100 Wandergenossen, die mit Gesang, begleitet von Gitarren und Mandolinen, zum Städtle hinauszogen. Kleinere Gruppen zogen bereits im ersten Jahr in die Schweiz, wo es auch schon Naturfreunde–Ortsgruppen gab.


Der Wunsch nach einem NaturFreundehaus und Wanderheim

Das erste NaturFreundehaus das Schietenmacherhäusle auf der Holzebene

1902 begonnen, wurde das erste Naturfreundehaus am Padasterjoch feierlich eröffnet. Als erste Württemberger haben die Heilbronner 1913 ihr „Steinknickle“ eröffnet. 1913 war auch das Gründungsjahr der Oberndorfer-Ortsgruppe, die 1916 zum erstenmal das „Schiedemacher-Häusle“ auf der Holzebene betreten hat.

  Es wurde gepachtet, instandgesetzt und ausgebaut. Vielen war es Ziel, und alle kehrten gerne wieder. Nun reiht sich wieder Wanderheim an Wanderheim. Das Hüttenwerk der „Naturfreunde“ entstand ohne staatliche Zuschüsse. Aus eigener Kraft, aus unzähligen, freiwillig geleisteten Arbeitsstunden, aus beschränkten Mitteln, aber mit sehr viel Idealismus, Opfersinn und Solidarität entstand dieses Häuserwerk, eine vorbildliche Tat werktätiger Menschen.

Gute Zeiten – schlechte Zeiten

- prägten die ersten 20 Jahre des Vereins. Die nach 1924 einsetzende Stabilität von Währung und Wirtschaft war nur von kurzer Dauer. Ihr folgte anfangs der dreißiger Jahre ein wirtschaftlicher Zusammenbruch mit Arbeitslosigkeit und bitterer Armut. Schlechte Zeiten aber sind auch schlechte Berater; - anstatt der Vernunft, wählte „das Volk“ einen Diktator.

Das war 1933.

Bis in die Oase der Ruhe auf der Holzebene drangen die „braunen Schergen“. Mit ihnen wurden die Naturfreunde nicht fertig, denn sie hatten in Hitlers Reich keinen Platz. Der Wanderer wurde zum Marschierer, zum Marschierer für Deutschland. So mancher Naturfreund – auch aus dem Oberndorfer Raum – marschierte ins KZ oder später in den Krieg.